GastroFribourg bemängelt den unlauteren Wettbewerb der Foodtrucks

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GastroFribourg hat mit Erstaunen beziehungsweise Bestürzung von der Ausschreibung der Gemeinde Freiburg von Foodtrucks und Verpflegungsständen in der Stadt Freiburg Kenntnis genommen. Der Arbeitgeberverband für Restauration und Hotellerie ist unter anderem der Ansicht, dass es nicht die Aufgabe einer Gemeindeexekutive sein kann, diese Form der Restauration zu fördern. Die mobilen Küchen stehen in vielerlei Hinsicht in einem unlauteren Wettbewerb zu denjenigen Betrieben in der Stadt, welche Gebühren entrichten und an eine ganze Litanei gesetzlicher Verpflichtungen gebunden sind, denen die Foodtrucks entgehen.

GastroFribourg ist schockiert von der kategorischen Behauptung der Gemeinde, wonach die Foodtrucks die traditionelle Gastwirtschaft nicht konkurrenzieren würden. Diese Strassenküchen stellen durchaus eine Konkurrenz dar, und eine unfaire noch dazu. GastroFribourg stellt bei den Foodtrucks ein rechtliches Vakuum fest, denn diese unterstehen nicht dem Gesetz über die öffentlichen Gaststätten (ÖGG), sondern dem Bundesgesetz über das Gewerbe der Reisenden. Ausserdem sind die Betreiber dieser Foodtrucks nicht an die Einhaltung des Landes-Gesamtarbeitsvertrages des Gastgewerbes gebunden, was wiederum Raum für Missbräuche lässt. Diese Wettbewerbsverzerrung wird durch den MWST-Satz noch verstärkt. Während die Foodtrucks einem Satz von lediglich 2,5% unterliegen, kommen die klassischen Gastwirte für bedeutend höhere Kosten auf und sind einer Steuer von 8% unterworfen! Darüber hinaus betont GastroFribourg, dass die „Foodtruckers“ nicht gezwungen sind, eine Grundausbildung zu absolvieren. Es ist daher anzunehmen, dass ihre Kenntnisse sowohl hinsichtlich der Gesetzgebung als auch der Kochkunst Lücken aufweisen.

GastroFribourg hat Mühe nachzuvollziehen, wie der Gemeinderat ein Werturteil hinsichtlich der künftig angebotenen Gastronomie abgeben kann. Dies umso mehr, als dass die Betreiber – darunter gewiss einige Auswärtige – noch unbekannt sind. Zudem ist der Arbeitgeberverband empört darüber, dass den Foodtruckern nicht weniger als zwölf Standorte zugewiesen werden sollen. Die Stadt Genf zählt rund 200‘000 Einwohner und hält für diese Art von Leistung gerade einmal sechs Standorte bereit. GastroFribourg und die 130 Mitglieder der Sektion Freiburg Stadt zeigen sich logischerweise besorgt über eine Konkurrenz, die 10% ihres Mitgliederbestands darstellt. Was die Verknappung der Parkplätze in der Stadt Freiburg angeht, so kann davon ausgegangen werden, dass dieses Phänomen durch den Eintritt der neuen Marktteilnehmer noch weiter verstärkt wird.

GastroFribourg ist ausserdem gespannt darauf zu sehen, ob die Kontrollen der Foodtrucks, welche ebenfalls dem Hygienerecht unterstehen, gleich streng ausfallen werden wie jene, die dem klassischen Gaststättengewerbe auferlegt werden. Im Weiteren ist der Verband noch immer erstaunt darüber, dass die Gemeinde Freiburg nirgends auf das Thema „Littering“ (wilde Müllentsorgung) eingeht. Denn jedes Mal, wenn die Gastwirte ein Quartierfest beleben wollen, hebt die Stadt dieses Problem hervor und zwingt die Restaurateure via Reglement zum Einsatz von Mehrweggeschirr.

GastroFribourg ist sich durchaus bewusst, dass neue Verpflegungskonzepte am Entstehen sind. Der Verband fürchtet sich nicht vor dem Wettbewerb, solange dieser fair bleibt und alle beteiligten Akteure desselben Tätigkeitsgebietes gleich behandelt werden. Dies ist bei den Foodtrucks jedoch eindeutig nicht der Fall. Der Arbeitgeberverband für Restauration und Hotellerie erwartet von der Gemeindeexekutive, dass sie eine neutrale Position einnimmt statt entschieden Partei für die mobilen Küchen zu ergreifen. Die Foodtruck-Betreiber können den Gastronomieprofis, welche über eine Ausbildung verfügen und Wert auf die Kundenpflege legen, schweren Schaden zufügen. GastroFribourg ist überzeugt, dass die mobilen Küchen mit Bestimmtheit nicht dazu beitragen werden, das Image respektive die Attraktivität einer Stadt zu verbessern, die für die Dichte ihrer qualitativ hochstehenden Restaurants bekannt ist.